Thema des Monats März 2004
Umsetzungshilfe 2:

Das Lernkonzept anwenden können

Über auftragsorientierte Ausbildungsangebote muss an dieser Stelle nichts mehr ausgeführt werden. Wir verweisen auf den Sammelband "Lernen im und am Kundenauftrag", der am Ende dieses Beitrags zur Lektüre empfohlen wird. Nur soviel, der neue lernfeldorientierte Lehrplan löst die bisher fachsystematisch strukturierten Lehrpläne ab, indem sie handlungssystematische und an beruflichem Alltag orientierte Tätigkeits- bzw. Handlungsfelder als Leitgedanken aufnehmen. Wie ist in diesem Zusammenhang die Orientierung der Ausbildung am Kundenauftrag lt. Lernfeld 2b zu verstehen? Die möglichen Sichtweisen sind im folgenden kurz dargestellt.

Die Anordnung des "Kundenauftrags" als Lernfeld 2b ist zumindest missverständlich.



Ist nicht vielmehr daran gedacht, dass der Kundenauftrag mehrere Lernfelder durchzieht und erschließt?



Ist es vielleicht sogar so, dass alle Lernfelder arbeits- und geschäftsprozessorientiert, also auftragsbezogen, umzusetzen sind?



Es ist nicht zu übersehen: Zur Realisierung des neuen Berufsbildes ist lt. Ausführungen im Lehrplan vor allem das Lernen am Kundenauftrag von Bedeutung.

Der Kundenauftrag ist nicht nur die Basis für subjektive Betroffenheit und Motivation, er ist auch entsprechend der vollständigen beruflichen Handlung geradezu prädestiniert für die Entwicklung und Förderung beruflicher Handlungskompetenz. Die Auswahl und Gestaltung der Lern- und Arbeitssituation soll daher so erfolgen, dass die Lernenden möglichst eigenständig einer Handlung entsprechend (analysieren, planen, durchführen, kontrollieren, dokumentieren, bewerten) vorgehen können.

Umsetzungshilfen zur Gestaltung der Neuordnung bedeutet daher im weitesten Sinne, für Lehrkräfte dort etwas anzubieten, wo sie objektiven und individuellen Bedarf verspüren. Es ist den Lehrkräften eine Umsetzungshilfe zu wünschen, wie sie die Ausbilder im Modellversuch ForMat erarbeitet haben. Einblicke dazu vermittelt www.format-online.net.

Konkrete ganzheitliche Gestaltung beinhaltet auch
  • den Klassenraum
  • die Einrichtung
  • die Anordnung der Gegenstände
  • das Zeitgefüge
  • das Team
um einige wesentliche Faktoren zu nennen. Lehrkräfte müssen also auch wissen und beherrschen, wie adäquate Lernumgebungen zu gestalten sind. Hierauf kann an dieser stelle aber nicht weiter eingegangen werden.

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