Quartalsthema 1 / 2005
Brennstoffzellen-Heizgeräte

In zahlreichen Statements von Anlagenherstellern und Entwicklern wird das Jahr 2010 als Beginn der Markteinführung von Brennstoffzellen genannt. Als Anwendungsbereiche der neuen Technik werden ausgewiesen:

Brennstoffzellen für die portale Nutzung in Laptops, Mobiltelefonen, Camcordern, Stromaggregaten. Im Vordergrund der Entwicklung steht die Verwendung des elektrischen Stroms.
Brennstoffzellen in der mobilen Anwendung. Hier unterscheidet man Brennstoffzellen für Antriebszwecke und solche zur Bordstromversorgung bei PKW, Bussen, Schiffen, Flugzeugen, Gabelstaplern, Lokomotiven. Ziele sind ein guter Nutzungsgrad für den mechanischen Antrieb und geringe Emissionen (Schadstoffe und Geräusche).
Brennstoffzellen in der stationären Anwendung, zum Beispiel zur Strom- und Wärmeversorgung von Haushalt und Gewerbe. Bei diesen Anlagen werden Strom- und Wärmenutzung angestrebt.
Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ), ein Zusammenschluss von Versorgungsunternehmen und Herstellern von Brennstoffzellen-Heizgeräten für die Haustechnik, hat die aus der Entwicklung der Brennstoffzellentechnik resultierenden Anforderungen an das Handwerk zusammengefasst und die Perspektive "Fachkraft für Brennstoffzellenanlagen" aufgezeigt. Die Brennstoffzelle ist ein Zukunftsthema, um Ressourcenknappheit einerseits und Emissionsbeschränkungen andererseits begegnen zu wollen. Damit das gelingt, sind Informations- und Qualifizierung zwingend.

In Zusammenarbeit mit der Initiative Brennstoffzelle (IBZ) und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung "Empfehlungen zum Informations- und Qualifizierungsbedarf bei Einführung der Brennstoffzellentechnik in Handwerk und Ausbildung" veröffentlicht, damit abgestimmte Regelungen unter Entscheidern und Bildungsdienstleistern erfolgen können. Im folgenden werden dazu Auszüge aus dem Vorwort der Broschüre "Brennstoffzellen in der Haustechnik" wiedergegeben.


"Erste kommerzielle Nutzungen der Brennstoffzelle stehen kurz bevor: die portable Anwendung für Laptops und weitere elektronische Geräte kündigt sich auf dem Markt an, und namhafte Automobilhersteller erproben sie als Antrieb für PKW und Omnibusse. Weit fortgeschritten ist die Entwicklung von Brennstoffzellen für die Haustechnik, wo Hersteller die Markttauglichkeit von Brennstoffzellen-Heizgeräten bereits in Feldtests demonstrieren. Die Einführung dieser Brennstoffzellentechnik wird für das nächste Jahrzehnt erwartet. Auch wenn noch viel zu tun bleibt, überwiegt die Zuversicht, alsbald markt- und zukunftsgerechte Angebote vorweisen zu können.

Für diesen momentan noch unbestimmten Zeitpunkt ist auch die Frage nach den Qualifikationen der benötigten Fachkräfte zu beantworten. Ebenso ist derzeit noch offen, wie viele Handwerker erforderlich sein werden und aus welchen Gewerken sie hervorgehen könnten. Gleichfalls im Vorfeld werden sich - abgesehen von wenigen innovativen und bereits tätigen Anbietern - Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen, die den erwarteten Qualifizierungsbedarf befriedigen sollen, didaktisch-methodisch auf diese Nachfrage einstellen müssen. Trotz bestehender Ungewissheiten scheint eines aber bereits klar: Wie die Erfahrungen mit den Testanlagen zeigen, gelingt die qualifizierte Ausbildung der Handwerker unter bestimmten Voraussetzungen durchaus.

Noch wichtiger ist jedoch, dass Fachhandwerker und Kunden die neue Technik akzeptieren. Nur unter dieser Voraussetzung kann sich langfristig ein neues Geschäftsfeld eröffnen. Dass dies gelingt, ist keine Selbstverständlichkeit. In der jüngeren Vergangenheit gibt es warnende Beispiele dafür, dass neue Techniken und Produkte nur mit Verzögerungen und verbunden mit schmerzlichen Erfahrungen ihren Markt fanden. Exemplarisch dafür stehen Wärmepumpe und Brennwerttechnik, die sich aus unterschiedlichen Gründen nur schwer durchsetzen konnten. Daher gilt es, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und sicherzustellen, dass:
  • die Hersteller die Qualität und Zuverlässigkeit der Brennstoffzellen-Heizgeräte in der Haustechnik garantieren,
  • die Fachhandwerker adäquate Kundenberatung und hochwertige Auftragsabwicklung gewährleisten,
  • die Kunden die ökonomischen, ökologischen und technischen Vorzüge der neuen Technik erkennen und sich auf sie verlassen können.
Brennstoffzellen-Heizgeräte liefern Wärme und Strom gleichzeitig. Deshalb verdienen diese Anlagen über die individuelle Nutzung hinaus großes gesellschaftliches und volkswirtschaftliches Interesse. Wir gehen heute mit Energie wesentlich effizienter und flexibler um als in der Vergangenheit. Dies gilt nicht nur für die Erzeugung von Wärme und Strom, sondern ebenso für die Verteilung der Elektrizität. Zukünftig bieten sich deshalb Lösungen an, bei denen Brennstoffzellen-Heizgeräte als virtuelle Kraftwerke und vorhandene Stromerzeugungs- und -verteilungsstrukturen einander bei der Abdeckung von Spitzenlasten ergänzen.

Die nähere Zukunft der Brennstoffzelle wird auch davon bestimmt sein, wie weit es gelingt, den notwendigen Zusammenhang zwischen den Zeitpunkten ihrer Markteinführung und der Informierung von Fach- und allgemeiner Öffentlichkeit über ihre Vorteile, aber auch der Qualifizierung des erforderlichen Fachhandwerkerpersonals sicherzustellen. Dazu wird auch zu klären sein, ob diese Prozesse synchron oder zeitlich versetzt ablaufen, also in engem Zusammenhang oder voneinander unabhängig".

Einige Literatur- und Medienhinweise

"Brennstoffzelle in der Haustechnik. Empfehlungen zum Informations- und Qualifizierungsbedarf bei Einführung der Brennstoffzellentechnik in Handwerk und Ausbildung" ist erhältlich beim
Christiani Verlag
Hermann Hesse-Weg 2
78464 Konstanz

Info-CD-Rom: Brennstoffzelle - Innovation für die Haustechnik von Morgen,
Best.-Nr. 13-70784, EUR 5,-

Modellauto mit reversibler Brennstoffzelle,
Best.-Nr. 72-72361, EUR 175,-

Wasserstoff und Brennstoffzellen, 1. Auflage 2003, 142 Seiten,
Best.-Nr. 72-70627, EUR 18,50

bfa-Lernprogramm Brennstoffzellen,
Best.-Nr. 72-72102, EUR 41,21

CD-Rom Brennstoffzelle - Technische und experimentelle Grundlagen,
Best.-Nr. 72-72093, EUR 7,50

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