Versorgungstechnik an der GLA
(Hinweis: Alle Abbildungen in diesem Beitrag können vergrößert eingesehen werden)

Die Fachgruppe „Versorgungstechnik“ der GLA Bremerhaven gehörte mit zu den Ersten in Deutschland, die bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts handlungsorientierte Ausbildungsangebote entwickelten, erprobten und umsetzten. Beispiele dafür sind:
  • 1989: Die Nacherfindung der Brennwerttechnik
  • 1990: Regenwassernutzung in der GLA
  • 1994: Anforderungen an Wärmeverteilungsanlagen
    beim Einsatz von Brennwertgeräten
  • 1996: Einsatz von Informations- Kommunikationslernsystemen
    in der Versorgungstechnik in Zusammenarbeit mit europäischen
    Partnern
  • 1998: Einsatz des Internets im handlungs- und kundenauftrags-
    orientierten Unterricht in der Versorgungstechnik in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern
  • 1999: Erarbeitung eines Erdgaskurses für spanische und
    portugiesische Berufsbildungsinstitutionen auf der Grundlage
    handlungs- und kundenauftragsorientierter Berufsbildungs-
    konzeptionen
  • 2002: Entwicklung von handlungs- und kundenauftragsorientierten Unterrichtseinheiten zur effektiven Nutzung von Erdgas in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern
  • 2003: Entwicklung einer Ausbildungskonzeption zur Ausbildung von Servicetechnikern für Windenergienanlagen
  • 2005: Durchführung von Fortbildungskursen zur Optimierung von Heizungsanlagen für SHK-Fachhandwerker.
Mehr zur Fachgruppe „Versorgungstechnik“ und der GLA ist unter www.gla-bremerhaven.de einsehbar. Bitte beachten: Mit dem Schuljahr 2010/2011 ist eine Veränderung eingetreten. Die Anschrift ist nun: Berufliche Schulen für Technik (BST). Siehe dazu www.vbs-bremerhaven.de.

Die Umsetzung von Lernfeldern in Lernsituationen

Mit der Neuordnung der SHK-Ausbildung 2003 fand die Orientierung an Arbeits- und Geschäftsprozessen auch offiziell Eingang in die berufliche Bildung. Vor dem Hintergrund umfangreicher Erfahrungen mit Handlungsorientierung war es – auch aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung (FPB) an der Universität Bremen – für die Fachgruppe Versorgungstechnik kein Problem, die Vorgaben der Lernfelder in Lernsituationen umzusetzen. Am intensivsten ist das in der GLA zum Lernfeld 7 am Beispiel des Kundenauftrags „Optimierung von Heizungsanlagen“ geschehen. Dieser Vorgang kann gut als generelles Muster für die Umsetzung von Kundenaufträgen zu Lernsituationen für weitere Lernfelder – auch in anderen Ausbildungsberufen – dienen.

Die Struktur von Kundenaufträgen

Das berufspädagogische Konzept „Lernen im und am Kundenauftrag“ ist seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt und hat sich in der Praxis bewährt.

Die Struktur von Kundenaufträgen ist von der Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung herausgearbeitet und in den Gewerblichen Lehranstalten Bremerhaven ergiebig erprobt worden. Diese Vorarbeiten haben bei der Neuordnung des Berufsbildes „Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ eine große Rolle gespielt und über die Lernfelder Eingang in die Ordnungsmittel der beruflichen Bildung (auch weiterer Berufe) gefunden. Kundenaufträge sind wie in der Abbildung dargestellt strukturiert.

Der Kundenauftrag „Optimierung von Heizungsanlagen“

Die Optimierung einer Heizungsanlage ist im Vergleich mit anderen Kundenaufträgen der SHK-Branche zunächst eine recht vage Aufgabe. Sie muss daher gemeinsam mit dem Kunden präzisiert und im Detail bestimmt werden. Optimierungsaufgaben können einfache Einstellungen an einzelnen Geräten und Bauteilen sein, aber auch umfangreiche Erneuerungen in der Anlage. Wesentlich ist, dass die Heizungsanlage mit ihren Komponenten als ein System betrachtet wird. Obwohl in der Regel einzelne Bauteile ausgesprochen hochwertig und funktional sind, nützt das wenig, wenn sie nicht richtig ausgelegt und/oder systemgerecht aufeinander abgestimmt sind. Vor der Optimierung einer Heizungsanlage ist es daher zwingend, den Zustand der Anlage und ihrer Komponenten zu ermitteln, die Heizlast zu berechnen und die Auslegung bestimmter Bauteile zu überprüfen.

Vom Lernfeld über den Kundenauftrag zu Lernsituationen

Für die Entwicklung von Lernsituationen für Lernfelder gibt es zielführende Vorgaben. Drei zentrale Begriffe für den Gestaltungsprozess sind:
  • Lernfelder als Zielvorgaben
  • Kundenaufträge als Handlungsfelder
  • Lernsituationen als (geplantes) Unterrichtsgeschehen.
Die nebenstehende Abbildung verdeutlicht dieses Vorgehen.

Die Bearbeitung eines umfänglichen Kundenauftrags wie die Optimierung einer Heizungsanlage kann, wenn die Komplexität nicht aufgelöst wird, für Auszubildende leicht unübersichtlich werden. Die abgeleiteten Lernsituationen wurden deshalb so dimensioniert, dass sie den Lernpotenzialen der Auszubildenden und Schüler entsprechen. In der Abbbildung sind die „Lernsituationen zur Optimierung von Heizungsanlagen“ dargestellt. In der Umsetzung sind dabei die Lehrkräfte gefordert, Umfang und Intensität der Lernsituationen angemessen zu handhaben.

Jede Lernsituation wurde wie folgt ausgearbeitet:
  • eine Kurzbeschreibung der Lernsituation
  • die Beschreibung der zu vermittelnden
    Inhalte und Kompetenzen
  • einen didaktischen Kommentar/Hinweise für
    Lehrer/Ausbilder zum Einsatz und zur Durchführung
  • Hinweise zu Auswahl und Einsatz von Materialien/Medien
  • eine Beschreibung des Arbeitsergebnisses
    /Handlungsprodukts
  • eine Darstellung der Ergebnissicherung.
Der für einzelne Lernsituationen vorgesehene maximale zeitliche Umfang wurde so gewählt, dass sie an einem Berufsschultag vermittelt werden können. Bei Blockunterricht können die zeitlichen Umfänge flexibler gestaltet sein.

Das multimediale Ausbildungspaket

Das Ausbildungsangebot „Lernsituationen zur Optimierung von Heizungsanlagen“ ist entstanden in einer Zusammenarbeit zwischen
  • Handwerkskammer Osnabrück
  • Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
  • Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung an der
    Universität Bremen (FPB).
In Auftrag gegeben wurde der Ordner durch Wilo-Brain in Dortmund. Das Angebot richtet sich an Berufsschullehrer und Ausbilder, die damit in die Lage versetzt werden, lernfeldgerecht und handlungsorientiert auszubilden. Dafür stehen in einem Ordner multimedial ausgearbeitete Materialien und Informationen zur Verfügung.

Wer sich einen Eindruck von den Inhalten des Ordners verschaffen möchte, hat unter www.akvt.de/konkret auf dieser Homepage den direkten Zugang.

Die Brain Box als Heizungsanlage im Kleinen

Die optimale Einstellung und Abstimmung von Heizungsanlagen ist eine auch bei hohem Aufwand an Fachtheorie und Zeit nur schwer vermittelbare Aufgabe. Die Aneignung der für die Optimierung von Heizungsanlagen erforderlichen Kompetenzen wird daher handelnd und erfahrungsbezogen verfolgt. Dafür wurde für die Erstausbildung die bekannte Wilo-Brain Box weiter entwickelte (siehe Abbildung).

Die Brain Box ist ein mobiler Versuchsstand, auf dem alle Funktionen einer normalen Heizungsanlage experimentell dargestellt werden können. Sie stellt eine i.d.R. weitverzweigte Heizungsanlage auf kleinstem Raum dar.

Für den Aufbau der Brain Box wurden überwiegend Realteile von Herstellern aus der Heizungsbranche verwendet. Dort, wo aus didaktischen Gründen Einsichten zum Sammeln von Erfahrungen ermöglicht werden sollen, wie z.B. bei den Lufttöpfen, wurden einsehbare Komponenten konstruiert.

Mit der Brain Box sind so gut wie alle Themen der Optimierung von Heizungsanlagen, die für das Verstehen einer optimal funktionierenden Heizungsanlage wichtig sind und behandelt werden sollten, experimentell umsetzbar.

Fragen Sie uns, wir geben Auskunft und bilden auch aus!

1. Sie möchten zu den „Lernsituationen zur Optimierung von Heizungsanlagen“ mehr erfahren?

Zum Beispiel zu Themen wie die Folgenden:
  • Müssen alle Lernsituationen zur Optimierung
    von Heizungsanlagen umgesetzt werden?
  • Können die dargestellten Lernsituationen auch für
    andere Lernfelder Verwendung finden?
  • Lassen es die Lernsituationen zu, eigene Sichtweisen
    und regionale Bezüge aufzunehmen?
  • Wie kann die Brain Box bei Klassengrößen von mehr als
    20 Schülern ergiebig eingesetzt werden?
  • Ist die Brain Box mit dem in den Schulen bereits vorhandenem
    Equipment für experimentelles Lernen verträglich?
  • Welche Erfahrungen konnten mit der Brain Box gesammelt
    werden?
Hierzu ein weiterführender Hinweis: Die Fa. Wilo (Dortmund) und der Verlag Christiani (Konstanz) führen Lehrerfortbildungsseminare zu den "Lernsituationen zur Optimierung von Heizungsanlagen" durch. Wenn Sie daran interessiert sind, stellen wir gerne den Kontakt zu Wilo und Christiani her.

2. Sie möchten erleben, wie aus Lernfeldern Lernsituationen werden?

Sie möchten für Ihren Unterricht z.B. behandeln:
  • Wie sich der Kontext von Lernfeldern und Kundenaufträgen darstellt?
  • Was die Voraussetzungen und Bedingungen für die Gestaltung von Lernsituationen sind?
  • Welche organisatorischen und fachlichen Gegebenheiten des Lernortes förderlich sind?
Im Klartext: Wenn Sie es wünschen, entwickeln wir mit Ihnen und für Ihre Schule Lernsituationen zur lernfeldgerechten Umsetzung der beruflichen Vorgaben. Sie müssen uns nur ansprechen!

Schreiben Sie eine E-Mail an:
heiko.schnackenberg@magistrat.bremerhaven.de

Wir melden uns!



© 2003-2016 Arbeitskreis Versorgungstechnik